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06.08.2020

Tatort Küche: Alles eine Frage der Perspektive

Warum nicht alle Menschen die Welt in gleicher Weise sehen und warum es Akzeptanz für andere Perspektiven braucht, weiß Tatortreiniger Marcell Engel

Tatort Küche: Alles eine Frage der Perspektive

Als Marcell Engel eines Morgens zu einem Noteinsatz gerufen wird, konnte er noch nicht ahnen, was ihn dort erwartete. „Bei meiner Ankunft erwartet mich schon eine völlig aufgelöste, ältere Dame am Gartentor. Den Tränen nahe und mit erstickter Stimme bat sie mich um Hilfe“, erzählt der Tatortreiniger. Mit den schlimmsten Gedanken im Sinn machte sich Marcelle Engel daran, den Ort des ‚Verbrechens‘ unter die Lupe zu nehmen. Er erinnert sich noch genau: „Die Dame sprach immer wieder aufgeregt von einem Max. Es war anzunehmen, dass es sich bei ihm nicht um den Ehemann handelte aber vielleicht um den Enkel. Ich wusste nicht, was mich jetzt hinter der Milchglastüre der Küche erwarten würde.“

Hinter der Küchentür fand Marcell Engel allerdings nur eine tote Maus vor, die er rasch entfernte und den kleinen Fleck am Boden reinigte. Zunächst dachte er noch an einen Scherz und wartete auf die ‚versteckte Kamera‘, doch es war tatsächlich so, dass Nachbarkatze Max die tote Maus in die Wohnung der älteren Dame brachte und diese damit vollkommen aus der Bahn geworfen hat. Mit dieser real erlebten Geschichte möchte Marcell Engel darauf aufmerksam machen, dass jeder das Leben mit anderen Augen sieht: „Für mich war es eine mehr als banale Situation. Doch für die Hausbewohnerin ein echtes Horrorszenario.“

Diese unterschiedlichen Perspektiven lassen sich auch an zwei Menschen, die aus dem gleichen Fenster blicken, veranschaulichen. So mag der eine den schönen Sonnenuntergang genießen, während der andere daran denke, dass es bald dunkel wird. „Egal wie die Sichtweise des anderen Menschen ist, so ist es wichtig, diese zu akzeptieren und Verständnis dafür aufzubringen. Ist es für uns in Ordnung, dass unser Gegenüber die Dinge anders sieht oder eine andere Meinung hat, dann macht es uns wesentlich entspannter und hilft uns besser zuzuhören und andere Sichtweisen zu akzeptieren“, bekräftigt Engel abschließend.

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