Der Tatortreiniger

Geschichten, die Spuren hinterlassen

Ankommen, reinigen, gehen – das gängige Bild eines Tatortreinigers. Doch so ist es nicht, jeder Tatort erzählt seine eigene Geschichte, hinter der immer auch einzigartige menschliche Schicksale stehen. Vieler dieser haben mich sehr bewegt, zum Nachdenken anregten und meine Perspektive auf das Leben verändert.

So zum Beispiel die Geschichte einer älteren Dame, die mich zu einem Notfall rief. Sie berichtete hochemotional von einer Leiche in ihrer Küche. Auf das schlimmste gefasst, machte ich mich auf den Weg. Sie empfing mich völlig aufgelöst und zeigte mir eine tote Maus auf dem Küchenboden. Das Fenster stand offen und der „Täter“, Nachbarskatze Max, war bereits verschwunden.

Für mich war es keine große Sache, die Maus zu entfernen, doch für die ältere Dame war dieses Ereignis eine sehr emotionale Angelegenheit. Nach der Reinigung bedankte sie sich überschwänglich und umarmte mich. Ich wusste zunächst nicht genau, wie ich damit umgehen sollte, da es meiner Warte nur eine Kleinigkeit war und meinte: „Die Maus hat es nicht geschafft, leider, das ist die schlechte Nachricht.“

Diese Geschichte hat mir in aller Deutlichkeit offenbart, dass Menschen Situationen unterschiedlich wahrnehmen. Für mich war es nur eine Lappalie, für die ältere Dame etwas von höchster Priorität. Lernen wir die Sichtweise anderer Menschen zu verstehen, haben wir einen echten Gewinn im Leben. Den Blickwinkel unseres Gegenübers – des Kollegen, Vorgesetzen oder Partners – zu verstehen und zu akzeptieren, macht auch uns zufriedener.

Das ist nur ein Beispiel von vielen, dass uns die Perspektive auf das eigene Leben und unser Miteinander mit anderen überdenken lässt.

In meinen Vorträgen vermittle ich welche positiven Auswirkungen das auf Ihre „Lebenstatorte“ hat – wie Sie sich verändern, aktiv ins Handeln kommen, Ziele verfolgen, sich auf das Wesentliche fokussieren und offen bleiben für Neues – und so zu Lebensgewinnern werden.