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VON EINSAMKEIT

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MARCELL MACHT
SICH STARK

FÜR MEHR
VERBUNDENHEIT

Großbritannien hat als erstes Land der Welt 2018 ein „Ministerium gegen Einsamkeit“ eingeführt. Damals galten schon neun Millionen Briten als einsam. Das gesellschaftliche Phänomen von Isolation und Anonymität gibt es mittlerweile weltweit. Laut einer Studie fühlen sich 33% aller Menschen einsam – junge wie ältere.

Für mich ist es immer wieder erschütternd, wenn ich Lebenstatorte sehe, an denen ein Mensch isoliert und verlassen gestorben ist. Jeder kann seinen Teil beitragen, dass wir diesen Trend umkehren. Ich möchte an dieser Stelle mehr Bewusstsein für das Problem schaffen und gleichzeitig Anregungen geben, wie wir alle Einsamkeit lindern können.

ALLEIN ODER
EINSAM?

DER SUBJEKTIVE
UNTERSCHIED

Wer sich wann und warum einsam fühlt, hängt von seinen Lebensumständen und der Kultur ab, in der er/sie lebt.

In Ländern wie z. B. Indien oder Südamerika wird Alleinsein schneller als Einsamkeit erlebt. Hier sind die Menschen gewohnt, in größeren Familien und Gemeinschaften auf engerem Raum zu leben. In den westlichen Gesellschaften, in denen das Individuum im Vordergrund steht, ist allein leben akzeptierter. Immerhin gelten in Deutschland fast 22 Mio. als Singles. Aber fühlen sie sich alle einsam?

Das hab‘ ich mir so nicht ausgesucht.

Es gibt Menschen, die Ruhe, Abgeschiedenheit und Freiheit genießen. Andere sind schon nach einem Tag Alleinsein unruhig und verzweifelt. Der große Unterschied: Allein zu sein, ist eine selbstgewählte Entscheidung. Einsamkeit ist unfreiwillig und ungewollt. Der Mensch wünscht sich mehr Kontakt mit andern, kann ihn aber nicht herstellen. Das Gefühl ist durchweg negativ besetzt und wird durch einen emotionalen Mangel verusacht. Dieser führt zu seelischen (Trennungs-) Schmerzen. Die Betroffenen vermissen dauerhaft etwas im Leben: Nähe, Wärme, Gemeinschaft, Austausch, Intimität, Freundschaft.

Wann fühlen wir uns einsam?

Momente der Einsamkeit kennt jeder. Du gehst allein auf eine Party und kennst niemanden. Der erste Tag im neuen Job oder an der fremden Uni. Ein Umzug in eine andere Stadt. Dieses Gefühl kann in verschiedenen Situationen auftauchen. Besonders belastend wird es nach schwerwiegenden Ereignissen empfunden, wie Trennung oder Tod des Partners oder Angehörigen oder Jobverlust. Jede Veränderung kann ein Auslöser sein. Dann mischt sich Einsamkeit mit anderen Gefühlen wie Trauer, Sehnsucht, Angst oder auch Hoffnung. Erst wenn der Zustand über Tage und Wochen anhält und chronisch wird, entwickelt sich Einsamkeit zu einem echten Problem. Als besonders gefährdet gelten junge Erwachsene, Menschen mit niedrigem Einkommen oder Bildungsstand sowie Singles in Städten.

Das subjektive Gefühl von Einsamkeit kann dich aber auch in einer Gruppe oder Lebensgemeinschaft erwischen. Wenn du mit deinen Beziehungen nicht glücklich bist. Durch häufige Streitigkeiten oder Gleichgültigkeit entsteht auch innerhalb der Familie oder Partnerschaft der Eindruck isoliert und unverstanden zu sein.

Ein bisschen Einsamkeit gehört zum Leben

Niemand, der sich ab und an einsam fühlt, muss sich dafür schämen. Denn es ist eine zutiefst menschliche Erfahrung, vor der niemand von uns gefeit ist. Es liegt zum großen Teil in unserer Hand, wie wir Alleinsein erleben. Als entspannende Phase der Ruhe und Kraft, der sinnvollen Auseinandersetzung mit sich selbst oder als quälende Bedürftigkeit. Meine Botschaft: Wir sind Gemütsbewegungen nicht hilflos ausgeliefert, sondern wir können auch hier selbst gestalten. Du bist nicht allein! Drei wirksame Erste-Hilfe-Tipps für mehr Gemeinsamkeit

WENN EINSAMKEIT

KRANK MACHT

Wir sind nicht dafür gemacht, allein durchs Leben zu gehen.

In der Vorgeschichte waren wir auf Gemeinschaften angewiesen, um das Überleben zu sichern. Ohne Kontakt zu einer Gruppe wird der Körper in Alarmzustand versetzt und schüttet Stresshormone aus.
Tatsächlich gibt es eine Vielzahl von Studien, die nachweisen, dass dauerhafte Einsamkeit auch heute unserer Gesundheit schadet. Trostlosigkeit und Traurigkeit haben auf unseren Körper ähnliche Effekte wie psychischer Druck oder Stress. Das Immunsystem leidet, Krankheiten wie Depressionen, Angststörungen, Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden begünstigt. Das Sterberisiko einer einsamen Person übersteigt das einer nicht einsamen Person um knapp 30 Prozent.

In meinem Job erlebe ich auch, dass der Alkohol- und Drogenkonsum und Fettleibigkeit bei sozialer Isolation deutlich zunehmen. Alles gute Gründe, sich nicht länger einzuigeln und aktiv Anschluss zu suchen.

MACHEN SOZIALE
MEDIEN

EINSAM?

Am einfachsten ist es scheinbar über digitale Medien mit Anderen Verbindung aufzunehmen.

Gerade junge Leute sind über zwei Stunden täglich auf Insta, tiktok und Co. online. Doch egal, ob du sehr individualistisch in der Stadt oder eher zurückgezogen auf dem Land lebst – die Menge deiner sozialen Kontakte sagt nicht über ihre Qualität aus. Was nutzen 1000 Likes, wenn du keine echten Freunde hast?
Eine Studie der University of Pittsburgh besagt, dass die Einsamkeit wächst, je mehr Zeit wir mit sozialen Medien verbringen. Wie kann das sein?

IN DER
UNTERSUCHUNG

WERDEN DREI
MÖGLICHE GRÜNDE
GENANNT

// Wer zu lange Zeit in sozialen Medien verbringt, bei dem bleiben echten Kontakte und Begegnungen auf der Stecke.

// Die idealisierten Bilder von schönen, schlanken und glücklichen Menschen geben uns das Gefühl, dass wir nicht gut genug sind.

// Da vorwiegend Urlaube, Essen und wilde Partys gepostet werden, erscheint unser Leben vergleichsweise öde und langweilig. Offenbar verpassen wir ständig was.

Bevor wir unsere echten Fähigkeiten verlieren ein Gespräch zu beginnen oder zu flirten, wird es Zeit sich wieder ins echte Leben zu stützen. Marcells Tipps helfen dabei.

Du bist nicht allein!

Drei wirksame
Erste-Hilfe-Tipps
für mehr Gemeinsamkeit

Fühlst du dich gelegentlich einsam? Auch inmitten vieler Mensch? Vielleicht bist du auch ein wenig schüchtern?

Damit bist du nicht allein. Auf andere zu zugehen und neue Kontakte zu knüpfen, ist aber gar nicht so einfach und kostet Überwindung. Ein Partybesuch oder eine Mitgliedschaft im Sportstudio sind ein erster Schritt, aber erwarte Angangs nicht gleich zu viel. Gute Beziehungen und Freundschaften haben mit Verlässlichkeit, Verantwortung und Vertrauen zu tun. Und brauchen Zeit.

Hier meine drei Tipps, die leicht umzusetzen sind:

1. TIPP VORLIEBEN

Wenn du genau das tust, was dir wirklich Freude macht, triffst du genau die Menschen, die zu dir passen. Das kann völlig schräg sein oder recht banal. Hauptsache du hast Spaß. Du wirst auf jeden Fall Gleichgesinnte kennenlernen: im Sportverein, auf einer Weinprobe, einer Stadtrundfahrt, im Foto-Club, beim Sprach-, Koch- oder Tanzkurs, in der Kunstausstellung, auf einer Reise oder in der Hundeschule – gleiche Interessen verbinden. Auch durch berufliche Weiterbildungen und Kurse wie z. B. zum Yoga-Lehrer oder Trainer C wird’s du Teil einer neuen Gruppe. Das Schöne ist, wer sich so kennenlernt, trifft sich auch mal zum Essen oder zu Spazierengehen.

2. TIPP ZUHÖREN

Es kommt dir vielleicht nicht so vor, aber Millionen Menschen fühlen sich genauso allein wie du. Das ist kein Grund sich zu schämen. Im Gegenteil. Stelle dich dem Problem und treffe andere, denen es ähnlich geht. In vielen Städten gibt es Treffpunkte für Zugezogene oder auch Selbsthilfegruppen für alle, die mehr Austausch suchen. Mit Freundlichkeit und Offenheit lernst du Leute kennen. Um die zarten neuen Kontakte zu pflegen, höre in den Gesprächen aufmerksam zu, statt in einen Monolog zu verfallen. Echtes Interesse an deinem Gegenüber macht die Beziehung reicher.

3. TIPP HELFEN

Es gibt unzählige Projekte, in denen du anderen helfen kannst und dabei selbst etwas Gutes tust. Ehrenamtliche Projekte und Gruppe suchen immer engagierte Helfer. Zum Beispiel kannst du die Hausaufgabenbetreuung von geflüchteten Kindern übernehmen, alten Menschen Gesellschaft leisten oder ihnen Besorgungen abnehmen oder im Tierheim als Gassi-Geher und Tierpfleger aktiv werden. Du wirst gebraucht, knüpfst neue Bindungen und kannst denen helfen, die es wirklich brauchen.